Schwangerschaft und Geburt sind sensible und herausfordernde Lebensphasen, die für Schwangere, Mütter und Familien eine tief greifende Umbruchsituation darstellen.
Stiftung FamilienSinn
Arnstädter Str. 28
99096 Erfurt
Tel.: 0361 6014908-0
Fax: 0361 6014908-9
Mail: info@stiftung-familiensinn.de
Hebammenlandesverband Thüringen e.V.



Ausbildung zur Familienhebamme abgeschlossen
Mit sehr beeindruckenden Präsentationen ihrer Abschlussarbeiten zeigten elf Thüringer Kolleginnen, welches Wissen und welche Fähigkeiten sie in ihrer einjährigen Ausbildung zur Familienhebamme erworben haben. Davon waren nicht nur ich beeindruckt, sondern auch die Vertreterin der Stiftung, des Sozialministeriums sowie Antje, unsere Fortbildungsbeauftragte. Im Anschluss der Präsentationen fand im Beisein des Kurators der Stiftung FamilienSinn die feierliche Zertifikatübergabe statt. Es war ein überzeugender Tag für das Konzept Familienhebamme!
Elke Pirrh
Leistungen und Angebote der Familienhebamme
Familienhebammen betreuen schwangere Frauen, Mütter und ihre Kinder bis zum 1. Geburtstag des Kindes. Sie haben die Möglichkeit der intensiven und langfristigen Betreuung von Mutter und Kind über die Regelleistungen der gesetzlichen Krankenkassen hinaus.
Durch die breite gesellschaftliche Anerkennung der Hebammentätigkeit, das zusätzliche Fachwissen in psychosozialen und lebenspraktischen Fragen und die regelmäßigen Kontakte zur örtlichen Jugendhilfe, gelingt es Familienhebammen, einen Zugang zu Familien zu finden und bei Bedarf Brücken zu anderen Hilfeanbietern zu bauen.
Diese Kooperationspartner kennen zu lernen, das regionale Kooperationsnetz für sich zu erschließen und sich darin zu positionieren, ist Teil ihrer Tätigkeit.
Angebote der Familienhebammen
- Hausbesuche bis zum 1. Geburtstag des Kindes
- Begleitung zu anderen Hilfsangeboten
- Verfügungen im Rahmen des Hilfeplan-Verfahrens, die von der zuständigen Fachkraft des regional zuständigen Allgemeinen Sozialen Dienstes getroffen werden
- Kurse und Interessengruppen
Indikation für die Betreuung
Im Fokus der Familienhebammentätigkeit stehen in erster Linie Familien mit einer Häufung belastender und gefährdender
Faktoren, wie zum Beispiel alle Schwangeren, Mütter, (werdende) Eltern und ihre jungen Kinder, die aufgrund der körperlichen Situation bzw. der gesellschaftlichen und familiären Rahmen-bedingungen physisch, psychisch und/oder sozial Belastungen ausgesetzt sind. Zielgruppen für die Arbeit der Familienhebammen sind demzufolge Familien mit besonderem Unterstützungsbedarf.
Indikationen für die Betreuung durch Familienhebammen können sein:
- schwierige psychosoziale Lage (Armut, Wohnung, Partnerschaft, Straffälligkeit...)
- sehr junge Frauen unter 19 Jahren
- alleinerziehende Mütter
- medizinische Probleme (mütterlich und kindlich, z.B. Frühgeburt, Risikoschwangerschaft,...)
- unzureichende Schwangerenvorsorge / ungewollte Schwanger-schaft
- gestörte Mutter-Kind-Bindung
- psychische Erkrankungen
- Situationen hoher Unsicherheit, Überforderung
- Verdacht auf Kindesvernachlässigung
- frühere Herausnahme eines Kindes aus der Familie
- unzureichende Wahrnehmung der kindlichen
Vorsorge-Untersuchungen
- kinderreiche Familien
- Behinderungen, Lernschwäche
- Verständigungsprobleme, Analphabetismus
- Sucht- und Drogen-Konstellationen
- Migrationshintergrund (Asyl, Sprache, Integration)
Qualifikation der Familienhebammen
Familienhebammen sind staatlich examinierte Hebammen mit Erfahrung im freiberuflichen Bereich und einer Zusatzqualifikation.
Die in Thüringen tätigen Familienhebammen haben alle an einer Fortbildungsmaßnahme „Familienhebamme" des Hebammen-landesverband Thüringen und der Thüringer Eltemakademie teilgenommen, die durch das Thüringer Ministerium für Familie, Soziales und Gesundheit gefördert wurde. Im Rahmen der Entwicklung des Projektes stehen die Familienhebammen im engen Kontakt mit dem Hebammenlandesverband.
Durch Fachberatung und Supervision werden sie auch inhaltlich beim weiteren Aufbau der Familienhebammenarbeit in Thüringen unterstützt.
Familienhebammen-Fachtag 2011
Am 01. September fand der Familienhebammen-Fachtag 2011statt.
An dieser Stelle veröffentlichen wir den Vortrag "Postpartale Psysische Erkrankungen" den Gabriela Pradel auf dm Fachtag gehalten hat:
Postpartale Psysische Erkrankungen 