Unsere jährliche Mitgliederversammlung als ein wichtiger Höhepunkt unserer Verbandsarbeit fand in diesem Jahr am 13.10.2011 in den Räumen des Augustinerklosters Gotha statt.
Mehr als 20 Teilnehmerinnen folgten der Einladung, um in einer freundlichen, wunderschön herbstlich dekorierten Atmosphäre zunächst die Berichte zu den Aktivitäten des Verbandes und des Vorstandes zu hören.
Elke verstand es dabei sehr gut, die manchmal trockene Form eines Rechenschaftsberichtes durch Fotos und Eindrücke von den Aktionen und Veranstaltungen lebendig zu gestalten und die verschiedenen Facetten und Baustellen der Berufspolitik überzeugend aufzuzeigen. Für ihren Einsatz als erste Vorsitzende der vergangenen vier Jahre und für die Bereitschaft, erneut für das Amt zu kandidieren, sprachen ihr die Mitglieder spontan ihre Anerkennung und herzliche Dankesworte aus – ein bewegender Moment in unserer Verbandsgeschichte. Wir gratulieren ihr herzlich zur einstimmigen Wiederwahl und der damit verbundenen Rückenstärkung.
Für das Amt der zweiten Vorsitzenden standen nach monatelangem Ringen um eine Verstärkung des Vorstandes überraschend zwei Kandidatinnen zur Wahl, zum einen Ulrike Werth aus Weimar, freiberufliche Hebamme im Belegsystem und Familienhebamme und zum anderen Carmen Ilg, leitende Hebamme im Angestelltensystem aus Saalfeld. Beiden Kolleginnen gebührt herzlicher Dank für ihre Bereitschaft, das Amt auszufüllen.
Carmen Ilg erhielt mit 18 von 25 Stimmen den Zuschlag durch die Mitglieder. Weiterhin freuen wir uns, dass uns unsere vertraute und erfahrene Schatzmeisterin Ute Wermter nach einstimmiger Wiederwahl erhalten bleibt.
Der Antrag, die Stelle der Familienhebammenbeauftragten beizubehalten wurde ebenso einstimmig befürwortet wie auch der Haushalt 2012, der neu eingestellt Honorierungsmöglichkeiten für die Mitarbeit von Expertinnen vorsieht, die den Vorstand auf ihren zahlreichen „Baustellen“ mit Wissen und Präsenz unterstützen können und auch eine Möglichkeit für Mitglieder bietet, sich in die Verbandsarbeit einzubringen.
Der Nachmittag gehörte einer Fortbildung zum Thema Babykorb und anonyme Geburt.
Grit Böhner, die leitende Hebamme vom Helios Klinikum berichtete über die Rahmenbedingungen und die Erfahrungen der vergangenen zehn Jahre im Zusammenhang mit Babykorb und anonymer Geburt. Sie verdeutlichte eindrücklich die Konflikte und die große Not der Frauen und der Neugeborenen in der Entscheidung um den Geburtsort und die Trennung und zeigte hervorragend beides auf: die sachlichen Fakten zu den Hilfsmöglichkeiten im Projekt Ausweg und die emotionale Seite dieses überaus schwierigen Teils der Hebammenarbeit, der von der Hebamme viel Einfühlungsvermögen und persönliche Kompetenz erfordert.
Eine gute Zusammenarbeit mit dem Jugendamt ist unabdingbar für das Projekt und so sprach Frau Kohrt-Hansel vom Jugendamt Erfurt über die Entwicklungen in der Adoptionsvermittlung und die Beratung und Unterstützung der Frauen im Rahmen einer anonymen Geburt. Sie verdeutlichte einfühlsam die Konflikte und das Leid der Kinder, die keine Wurzeln haben, ebenso die Konflikte und Nöte der Frauen, die die Entscheidung über ihr Kind lebenslang begleitet.
In für mich sehr bewegenden, kompetent und warmherzigen Vorträgen verdeutlichten beide Referentinnen die vielschichtige Problematik sehr gut und zeigten Wege einer guten Zusammenarbeit der Professionen auf, um Frauen und Kindern einen möglichst guten Ausweg aus Notlagen um Schwangerschaft und Geburt zu geben.
Und Kaffee gab es auch – so lautete das Motto der Einladung: es war für mich eine gelungene Mitgliederversammlung 2011 in einer schönen Atmosphäre des Miteinanders von Mitgliedshebammen und Vorstand, die Berufspolitik hoffentlich weiter zum Gelingen im Sinne der Hebammen Thüringens verhilft.
Herzlichen Dank dafür an alle Organisatorinnen, an die Referentinnen und besonders an die teilnehmenden Hebammen.
Antje Grünert, Fortbildungsbeauftragte des HLV Thüringens