Investiert in Hebammen

Ja, es sollte besser laufen für die Hebammen, Frauen und Familien in Thüringen. Leider schließen gerade in Ost- und Südthüringen geburtshilfliche Stationen (Schleiz 2020, Hildburghausen 2021 und Greiz 2021). Die Politik zeigt sich überrascht, hat aber bisher kaum Vorschläge zu Versorgungsalternativen gemacht. Die umliegenden Kliniken wurden weder personell noch strukturell darauf vorbereitet, die zusätzlichen Geburten zu betreuen.

Viele Hebammen fühlen sich außerdem im Stich gelassen von den Regelungen rund um die Akademisierung. Hebammen mit langer Berufserfahrung müssen ein Vollzeitstudium absolvieren, um den studierten Kolleginnen gleichgestellt zu werden, das Fachschulstudium der DDR-Hebammen wurde 1990 zum Ausbildungsberuf abgewertet. Aus frauenpolitischer Sicht ist eine Neuregelung längst überfällig und wird, laut einer Umfrage des HLV Thüringen, von vielen Kolleginnen dringend gewünscht. Hier könnte Thüringen bundesweit Maßstäbe setzen.

In Hebammen investieren bedeutet, Hebammen als gesuchte Fachkräfte gut zu bezahlen, Ihre Erfahrung und Expertise zu schätzen und einer weiteren Abwanderung von Hebammen aus der Geburtshilfe entgegenzuwirken.

Dafür werden wir uns in Gesprächen mit Politiker*innen und in gesundheitspolitischen Fachgremien weiterhin einsetzen.

Ihr Hebammenlandesverband Thüringen