2o2o – Jahr der Pflegenden und der Hebammen

Während der Corona-Pandemie wurde noch einmal verstärkt deutlich, wo die Prioritäten unserer Gesellschaft liegen. Beifall für Pflegende und Hebammen ist eine nette, aber wohlfeile Geste.

Langfristig müssen sich Bezahlung und Arbeitsbedingungen grundlegend verbessern, wenn wir auch in Zukunft noch genügend Menschen motivieren wollen, mit Fachkenntnis und Engagement einen pflegerischen Beruf zu erlernen oder als Hebamme zu arbeiten.

Frauenverbände in Deutschland haben einen Aufruf gestartet:

Wann, wenn nicht jetzt

Über 20 bundesweit tätige Organisationen und Verbände stellen Forderungen an die Bundesregierung und Arbeitgeber, die sich vor allem auf die Situation von Frauen beziehen.

Corona hat das Leben in Deutschland und in der Welt grundlegend verändert. Deutlich wird, dass die wirtschaftlichen und sozialen Kosten Frauen wesentlich stärker treffen. Die Pandemie vergrößert alle gleichstellungs- und frauenpolitischen Probleme/Schieflagen, auf die wir bereits seit Jahrzehnten hinweisen. Angesichts der existenziellen Krise wird deutlich, wie lebensbedrohlich sich die über Jahre privatisierte und eingesparte öffentliche soziale Infrastruktur und die falschen Arbeitsbewertungen jetzt auf unseren Lebensalltag auswirken. Wann, wenn nicht jetzt werden unsere frauen- und gleichstellungspolitischen Forderungen anerkannt und umgesetzt? Wir erwarten von Politik, Arbeitgeber*innen und allen Verantwortungsträger*innen ein ebenso mutiges, sachbezogenes und schnelles Handeln wie jetzt in der Zeit von Corona.

www.frauenrat.de/wann-wenn-nicht-jetzt-aufruf-von-frauenverbaenden/

Hebammen in der Corona-Krise – wichtiger denn je!

Die Corona-Krise zeigt es deutlich: Die Arbeit der Hebammen bei der Betreuung von Schwangeren, Müttern und ihren Kindern wird bei Verordnungen auf Bundes- und auf Landesebene zu oft ignoriert.

Trotz massiver Bemühungen des Deutschen Hebammenverbandes und seiner Landesverbände gibt es keine verbindliche, bundesweit gültige Regelung freiberuflichen Hebammen medizinische Schutzausrüstung zur Verfügung zu stellen. Einige Bundesländer bieten Hebammen zwar Schutzkleidung an, doch ist hier unklar, wer die Kosten übernehmen wird. Auch erhalten Kinder von Hebammen nicht in allen Bundesländern einen Platz in der Kindernotbetreuung.

Im gemeinsamen Beschluss der Regierungschef*innen von Bund und Ländern zur Beschränkung des öffentlichen Lebens zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie vom 15. April 2020 wurde jedoch die Grundlage dafür geschaffen, dies zu ändern. Jetzt müssen die Landesministerien diesen Beschluss dringend umsetzen.

Wir fordern die Landesregierungen dazu auf, Hebammen flächendeckend und ausnahmslos in der Umsetzung dieser Regelungen in allen entsprechenden Verordnungen als eigenständige und systemrelevante Berufsgruppe aufzunehmen!

Nur so können wir unsere Arbeit für die Frauen und Familie unter Einhaltung der derzeit bestehenden Sicherheitsbedingungen zur Eindämmung der COVID-19-Epidemie erbringen.

Der Deutsche Hebammenverband und der Landesverband fordern :

  • Verbindliche Bereitstellung und Zuweisung von medizinischer Schutzausrüstung für Hebammen im klinischen und im ambulanten Bereich!
  • Geregelte Zuständigkeiten örtlicher Behörden bei der Verteilung dieser Schutzausrüstung an Hebammen!
  • Kostenlose Versorgung von Hebammen mit medizinischer persönlicher Schutzausrüstung oder Kostenübernahme durch die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen!
  • Plätze in der Kindernotbetreuung verbindlich auch für Kinder von Hebammen!

Hebammen betreuen Schwangere, Mütter und ihre Kinder in einer der bedeutendsten Lebensphasen. Wie diese Lebensphase erlebt wird, hat einen maßgeblichen Einfluss auf die weitere Entwicklung der Familienbildung und Familiengesundheit und legt somit den Grundstein für das Zusammenleben künftiger Generationen.

Bereits in den vergangenen Jahren hat sich immer wieder bestätigt, dass diese sensible Lebensphase auch in krisenfreien Zeiten nicht die angemessene gesellschaftliche Beachtung findet. In der Corona-Krise zeigt sich dies nun deutlicher denn je.

Deutscher Hebammenverband e. V.

Hebammenlandesverband Thüringen e.V.

Informationen zum Umgang mit Covid-19

Liebe Kolleginnen,

da sich die Empfehlungen rasch ändern können, bitten wir Sie, sich auf folgenden Seiten regelmäßig zu informieren:

https://www.rki.de/DE/Home/homepage_node.html

https://www.tmasgff.de/covid-19

https://www.hebammenverband.de/startseite/

Als Berufsverband versuchen wir, Informationen zeitnah weitergeben. Wenn Sie sich anmelden, erhalten Sie regelmäßig den aktuellen Newsletter.

Die Zuständigkeit und die Verantwortung für alle Entscheidungen liegt bei den örtlichen Gesundheitsämtern und übergeordneten Behörden.

Ihr zuständiges Gesundheitsamt finden Sie unter www.rki.de → Infektionsschutz →Gesundheitsamt nach Postleitzahl

Sicher können nicht alle Fragen heute und morgen schon geklärt werden. Versuchen Sie, das Beste aus der jeweiligen Situation zu machen. Für manches Problem findet sich vielleicht eine kreative Lösung und gern können Sie uns auch fragen.

Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie alles Gute, bleiben Sie gesund!

Der Vorstand des HLV Thüringen e.V.